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Kunst

Als technisch hochstehende und sozial reibungslos funktionierende Rasse haben die Nazra kaum Schwierigkeiten, ihr Leben zu meistern. Entsprechend gibt es so gut wie keine Nazra, die sich nicht zumindest gelegentlich als Künstler betätigen.

Vorgetragene Kunst

Zur Vorgetragenen Kunst gehören Musik, Schauspielerei und mündliche Literatur; also flüchtige Werke, die immer wieder aufs Neue vorgetragen werden müssen. Obschon sie technisch dazu in der Lage wären, zeichnen Nazra weder Aufführungen noch Musikstücke zur späteren Wiederverwertung auf. Das hat zum einen mit dem Grundsatz der Einzigartigkeit zu tun: jedes Werk entfaltet nur ein Mal seine volle Wirkung, jede weitere Aufführung würde dies abschwächen. Zum anderen ist der Künstler selbst immer auch ein wichtiger Bestandteil seines Werkes, so dass eine Aufführung ohne ihn nicht in Frage kommt. Letzteres hat nicht nur ideologische Wurzeln sondern hängt zum Teil auch mit dem Gedankennetzwerk zusammen, welches alle Nazra miteinander verbindet. Allein der Auftritt eines Künstlers kann in einer Gruppe bereits Glücksgefühle auslösen und nur durch seine Anwesenheit wird das volle Spektrum an Gefühlen entfaltet, während das Werk vorgetragen wird. Andersherum erfährt der Künstler bereits während der Aufführung, wie seine Darbietung beim Publikum ankommt und kann ggf. improvisieren.


Musik

Rhythmus und Melodie sind die massgeblichen Qualitäten nazranischer Musikstücke. Sanfte Trommelrhythmen stecken einen Pfad ab, der von Streich- und Tasteninstrumenten ausgefüllt wird und auf deren Melodie meist eine oder mehrere Stimmen tanzen. Letztere bedienen sich an einzelnen Lauten oder verwenden vom Klang her passende Worte, ohne dass dadurch ein Sinn entstehen muss. Ein Beispiel hierfür:

"Einer geht zu Boden, der Zweite blickt zum Himmel.
Drei sinds mal gewesen, bei Vier mach ich auch mit.
Küche! Küche! Rosmarin!

Eins ist der Sonnenaufgang, die Zwei liegt auf dem Marktplatz.
Wenn Drei tanzen sind sie froh, der Vierte steht auf dem Dach.
Küche! Küche! Zwiebelring!"
– Nazranisches Festlied (sinngemäss übersetzt)

Auch wenn die Sätze thematisch zusammenhängen und womöglich einprägsam sind, mangelt es ihnen an einer tatsächlichen Aussage. Dem nazranischen Publikum fällt dies insofern nicht auf, dass der Gesang nicht als gesungene Worte sondern rein als musikalische Klänge wahrgenommen wird.


Schauspielerei

Nazra lieben es, vergangene Abenteuer bis zu einem spannenden Punkt aufzugreifen und dort ein entscheidendes Detail zu verändern. Es folgt die hypothetische Darstellung dessen, wie es gemäss der Veränderungen hätte sein und enden können.


Bildende Kunst


Zur Bildenden Kunst zählen die Malerei, Bildhauerei, Architektur und jegliches Kunsthandwerk; grundsätzlich also das Verändern von Rohmaterial nach den Vorstellungen des Künstlers. Aufgrund ihrer Fähigkeiten in diesem Bereich ist es für nazranische Künstler keine Herausforderung, ihre Ideen aus dem Kopf in Stein, Holz oder ein anderes Material zu projezieren oder das Ergebnis bei Bedarf nachträglich zu bearbeiten. Entsprechend wird diese Form der Kunst nur von sehr jungen Nazra im Kreis der Familie oder allenfalls beim Errichten neuer Gebäude praktiziert.


Zweite Zeit

Eine Ausnahme dazu bildet die Zweite Zeit, die Epoche, in der Menschen und Nazra in Ancyria friedlich zusammenlebten. Kaum wurden die besonderen Fähigkeiten der Nazra bekannt, explodierte unter den Menschen die Nachfrage nach filigranen Holz- und Steinfiguren, perfekt abgelichteten Bildern und unendlich reinen Schmuckkristallen. Viele Nazra kamen diesem Bedürfnis nach und gewannen unter den Menschen hohes Ansehen, während die Nazra selbst nie wirklich etwas mit derartigen Kunstrichtungen anfangen konnten.


Malerei

Im Bereich der Malerei ist anzumerken, dass nazranische Augen zwar ein abgeschwächteres, aber deutlich breiteres Spektrum an Strahlung wahrnehmen als etwa menschliche. Im Wesentlichen äussert sich dies dadurch, dass buchstäbliche Wärmebilder in der nazranischen Kunst weit verbreitet sind. Da sich Wärme durch die Luft ausbreitet, handelt es sich dabei stets um chaotisch bewegte Bilder. Eher sparsam hingegen werden ultraviolette Farben eingesetzt, um düstere Gefühle hervorzurufen. Insgesamt liegt der Hauptschwerpunkt nazranischer Farbkunst im roten und blauen Farbbereich, als Kontrastfarbe werden Grüntöne verwendet (Rein vom Farbempfinden her löst eine saftige Wiese bei Nazra in etwa dieselbe Wirkung aus wie bei Menschen ein rot glühender Lavafluss).


Zitate

"Kunst ist wie ein Traum, der platzt, sobald man ihn kontrollieren will."
– Imo'dan-deya

"Eine Gesellschaft, die keine Probleme kennt, wird nie den Kontrast spüren, den Kunst schafft."
– Unbekannt
Kategorien: Kultur