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Prequel 2016-12-28

Die Menschheit war verzweifelt. Zwar gab es zahlreiche Versuche, wieder Herr der Lage zu werden, doch letztendlich gab es keinen anderen Ausweg: Man musste einen neuen Heimatplaneten finden. Doch wohin sollte die Reise gehen? Leistungsfähige Teleskope hatten den Regierungen zahlreiche Planeten mit vielversprechenden Eigenschaften offenbart, doch keiner konnte wirklich sagen, wie es auf deren Oberfläche aussah. Mit Sicherheit konnte man nur belegen, dass die Luft atembar, die Temperatur angenehm und die Wasservorkommen gross genug waren – und selbst dabei handelte es sich nur um einen Blick in die Vergangenheit, denn das Licht, mit dem die Astronomen diese Welten untersuchten, war zuvor mehrere hundert Jahre durch die Leere des Weltalls vorgedrungen, bis es die Satelliten im Erdorbit erreichte. Ganz zu schweigen von einer Reise dorthin, die ebenfalls hunderte oder tausende von Jahren dauern würde – womöglich wäre das Ziel bei der Ankunft längst verwüstet, von aggressiven Insekten übersäät oder aus zahlreichen anderen Gründen nicht länger bewohnbar geworden.

Nichtsdestoweniger kam der Zeitpunkt, der kein weiteres Zögern mehr zuliess. So baute jedes Erdenvolk seine eigene Arche und richtete sie auf eine andere Welt aus, in der Hoffnung, dass wenigstens eine Gruppe die Existenz der Menschheit fortführen konnte. Nach einem strengen Auswahlverfahren wurden nur die besten, stärksten und klügsten Bewerber ausgesucht, um schliesslich in einem fast ewig währenden Tiefschlaf quer durch die Milchstrasse zu reisen. Nur die automatischen Schiffssysteme empfingen und speicherten weiterhin Funksignale aus der Heimat, durch die wachsende Distanz immer langsamer, seltener und immer schwächer, bis sie schliesslich nicht mehr vom Rauschen der kosmischen Strahlung zu unterscheiden waren.

Eine der Weltraum-Archen fand ihr Ziel auf Endyr, einem vielversprechenden Klasse-M Planeten mit zwei Monden. Scans aus dem Orbit bestätigten die Vorhersagen; auf Endyr gab es ausreichend Wasser und Sauerstoff, ein insgesamt sehr angenehmes Klima und unter der Oberfläche sogar zahlreiche Rohstoffvorkommen. Nachdem alle wissenschaftlichen Fragen geklärt und die Sicherheitsvorkehrungen erfüllt waren, aktivierte die Besatzung feierlich den Landeanflug und bereitete sich auf die Eroberung einer neuen Welt vor. Die Landung verlief jedoch nicht wie vorgesehen. Das Raumschiff verlor plötzlich an Höhe, die Kontrollen fielen aus und bald stürzte es wie ein gewaltiger Felsbrocken zu Boden.

Es musste viel Zeit vergangen sein, bis ein paar einsame Seelen ihren Weg zum Festland fanden. Verwirrt und ohne Erinnerung an die lange Reise blickten sie sich um, fühlten sich verloren und suchten in den düsteren Höhlen Schutz vor Kälte und Regen. Doch wie sich bald herausstellte, erwartete sie in der Dunkelheit ein noch viel gefährlicherer Feind als die Witterung...
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