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Nazra

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"Nazra"
Die Nazra (Homo lumini, gespr. nass-ra) sind eine friedliebende Spezies, die viel Wert auf Konfliktfreiheit, Zusammenhalt und Wertschätzung gegenüber ihrer Umwelt legt. Sie sind nicht durch Evolution entstanden sondern wurde von den Zra erschaffen, um deren Erbe zu bewahren. Nazra sind technologisch hochentwickelt und verfügen über begrenzte telepathische und telekinetische Fähigkeiten. Aus biologischer Sicht gehören sie zu den wechselwarmen (poikilothermen) Wirbeltieren. Merkmale sind ihre helle Haut, die nach unten abstehenden Spitzohren sowie besonders grosse, rote Pupillen.

Ursprung und Lebensraum

Anders als die meisten Lebewesen haben die Nazra keine natürliche Evolution durchlaufen sondern wurden künstlich erschaffen. Entsprechend haben sie keine biologischen Verwandten und können nicht in den Artenstammbaum eingeordnet werden. Warum sie trotz der gewaltigen biologischen Unterschiede äusserst menschlich aussehen, ist nicht erwiesen. Die populäre Matthëus-Theorie stellt die Vermutung auf, dass die Ähnlichkeit anders gerichtet ist; also Menschen den Nazra ähnlich sehen statt umgekehrt.

Vor rund 65 mio. Jahren schufen die Zra einen Lebensraum für die Nazra. Dabei wurde die Erde einem Terraforming unterzogen, wobei zwei seperate Lebensräume geschaffen wurden: Die uns bekannte Oberfläche, genannt Aussenwelt, und die Innenwelt Ancyria, eine Hohlkugel im inneren des Planeten. Während der Umformung waren die Lebensbedingungen auf der Oberfläche stark beeinträchtigt, so dass rund 50% aller Gattungen, darunter alle Dinosaurier (mit Ausnahme der Vögel), ausstarben.

Aufgrund ihres technologischen Niveaus sind die Nazra nicht an einen festen Lebensraum gebunden. Sie stellen dies unter Beweis, indem sie nach dem grossen Menschenkonflikt (zur Zeit des irdischen Mittelalters) die Erde verlassen, um eine neue Heimatwelt zu suchen. Diese Zeitepoche wird Arkorium genannt und dauert rund 2'200 Jahre, was die künstliche Umgebung der Archen zeitweise zum einzigen Lebensraum der Nazra macht.
  • Detailartikel: Ark


Matthëus-Theorie

Die Matthëus-Theorie besagt, dass die Entwicklung der Menschen nicht nur durch die Nazra beeinflusst, sondern grundsätzlich durch sie ausgelöst wurde. So sollen die Nazra zu gegebener Zeit die Affen als ihnen (zumindest optisch) ähnlichste Spezies mit Intelligenz versehen haben. Es gibt jedoch keine Beweise dafür, dass die Nazra zu jener Zeit überhaupt einen Fuss auf die Aussenwelt gesetzt, geschweige denn das dortige Leben beobachtet oder gar verändert hätten. Eine ähnliche Theorie besagt daher, dass die Nazra unbewusst die menschliche Evolution ausgelöst oder zumindest unterstützt haben und erklärt dies u.a. mit radioaktiver Strahlung, die zu gegebener Zeit entweder von den Nazra selbst oder der ancyrischen Sonne ausging. Auch dafür existieren jedoch keine stichhaltigen Beweise.


Gesellschaft

Nazra Taya
Junge Nazra
Nazra sind ein genügsames und sozial starkes Volk, welches sich als grosse Gemeinschaft betrachtet und entsprechend handelt. Sie sind leidenschaftliche Forscher, besuchen am liebsten öffentliche Badehäuser und diskutieren dort stundenlang über Gott und die Welt. Feinden begegnen sie mit grösstem Verständnis, Hilfsbereitschaft und einer Naivität, die für evolutionär entstandene Rassen kaum nachvollziehbar ist.

Die nazranische Gesellschaft orientiert sich stark an der Wissenschaft, legt aber auch grossen Wert auf Tradition und Kultur. Sie kennt weder Arbeitslosigkeit noch Obdachlosigkeit und ist zutiefst demokratisch organisiert. Harmonie spielt eine wichtige Rolle, denn die Stimmung jedes Einzelnen wirkt sich direkt auf die Nazra in seiner Umgebung aus.

Abgesehen vom Gedankennetzwerk, welches derartige Gefühle subtil verbreitet, offenbaren sie ihre Gefühlswelt durch eine deutliche Körpersprache. Zusätzlich zu menschlichen Merkmalen wie erröteter Haut, Nervosität, Augenbewegungen, usw. unterstreichen ihre Ohren den jeweiligen Eindruck. Dies reicht von einem leichten Zucken, was rechts häufig Neugier und links eher Verlegenheit ausdrückt, bis hin zum fröhlichen Anheben beider Ohren in die Waagerechte oder angestrengten Absenken bis fast zu den Schultern.


Lebensphasen

Die ersten 12 Jahre ihres Lebens werden Nazra als Kinder von ihren Grosseltern gepflegt und eingewiesen, spätestens dann erhalten sie ihren Ya und werden dadurch zum Jugendlichen. Diese Phase dauert bis zum 36. Lebensjahr und wird mit der Geschlechtsreife überwunden, welche ins Erwachsenenleben führt. In diesen Jahren wird unter anderem Nachwuchs gezeugt, wobei die Erziehung und Betreuung im Wesentlichen von den Grosseltern übernommen wird.
Diese aktive Zeit dauert bis zum 72. Lebensjahr, welches auch als Lebenshälfte bezeichnend ist (n200). Die zweite Hälfte beginnt mit dem Alter und dauert bis zum 108. Lebensjahr, welches das Hochalter einläutet. Schliesslich beginnt mit 132 das Greisenalter und dauert, so lange es dauert.


Etai

Bei den kurzlebigen Etaime (das dritte nazranische Geschlecht) greifen diese Lebensphasen nicht. Da sie beispielsweise keine Nachkommen zeugen, kennen sie auch keine Geschlechtsreife. Die ganze Erziehung, Ausbildung und Einweisung in die künftige Tätigkeit wird bei den Etaime von der Gesellschaft als Ganzes übernommen. So werden sie allerorts mit Respekt behandelt und über alles aufgeklärt, erhalten auf Wunsch Unterkunft und sind nicht an einen Ort gebunden. Ab dem 24. Altersjahr übernehmen die meisten Etaime eine Verwaltungsaufgabe und erhalten im Laufe ihres Lebens immer abstraktere Entscheidungsbereiche zugewiesen, bis sie mit 64 Jahren entweder zu einer rein beratenden Tätigkeit wechseln oder in den Ruhestand eintreten. Andere betätigen sich als Künstler oder finden eine Beschäftigung, der sie sich mit besonderem Ehrgeiz widmen (häufig in einem theoretischen Forschungsbereich).


Erziehung

Obwohl die Familie eine wichtige Rolle spielt, unterliegt die Erziehung von Kindern überwiegend der Gesellschaft. Häufig weisen Lehrmeister, oft aber auch wildfremde Personen junge Nazra zurecht, vermitteln ihnen Wissen oder klären sie über Irrtümer auf.


Kunst

Nazranische Kunst ist kurzlebig und ständigen Veränderungen unterworfen. Dies rührt von der Tatsache her, dass die Bindung zur Kunst bei den Nazra immer auch eine Bindung zum eigentlichen Künstler ist und der dargebotene Inhalt (wie etwa Musik oder Schauspiele) nicht konserviert wird. Obwohl die technischen Möglichkeiten zur Bild- und Tonaufnahme verfügbar sind, werden diese nicht genutzt.


Sprache

Alle Nazra sprechen eine einheitliche Sprache ohne Dialekte. Ursprünglich fand diese Kommunikation fast ausschliesslich auf dem telepathischen Kanal statt, heutzutage werden überwiegend gesprochenen Worte verwendet. Diese Entwicklung ist auf das Nazra'yot zurückzuführen, eine Schriftsprache, die immer mehr Einzug in die Alltagswelt findet. Ursprünglich wurde sie als Maschinensprache zur Kommunikation mit verschiedenen Geräten entwickelt, dann aber als Stilmittel und Ausdrucksweg entdeckt und wird seither auch im sozialen Bereich stetig weiterentwickelt.


Witze und Humor

Nazra lachen gerne, aber nur selten und kurz; ein guter Witz erzeugt normalerweise bloss ein vergnügtes Kichern. Aufgrund der Körperphysiologie halten sie richtiges Lachen nicht lange aus und finden sich nach kurzer Zeit keuchend und zuckend auf dem Boden wieder. Diese Erholungsphase dauert bis zu einer Minute, die Euphorie dauert dann noch etwas länger an und führt zu unternehmensfreudigem Verhalten.

Was nimmt sich ein Sprootie, wenn es eine offene Schatztruhe findet? – Den Schlüssel!

Nazranischer Humor ist schwer nachzuvollziehen. Die besten Witze sind situationsbedingt, fordern die Vorstellungskraft und enden in einer möglichst unerwarteten aber plausiblen Tatsache. Ein Maler, der gerade etwas blaues malt, könnte z.B. sagen:

Stell dir vor, die Sonne leuchtet blau. Die ganze Arbeit hier wäre umsonst!

Schwierig ist dabei vor allem, die plausible Tatsache zu finden. Selbst mit einer blau leuchtenden Sonne wäre blaue Farbe nicht komplett unsichtbar, vor allem aber würde der Maler dann ohnehin eine andere Farbe verwenden.

Welches ist das sparsamste Haustier? Die Motte – sie frisst Löcher!

Mit Wortwitzen kann man bei Nazra wenig erreichen. Bestenfalls wird diese scherzhafte Aussage mit "...in organisches Material" ergänzt oder gleich korrigiert: "Nein, sie frisst Stoff".


Gedankennetzwerk

Wenn viele Nazra in naher Umgebung zusammenleben, bildet sich in ihrem Unterbewusstsein ein Gedankennetzwerk. Diese Verbindung vermittelt Gefühle und Stimmungen innerhalb der Gruppe, in grösseren Aglomerationen werden sogar Wissen und Erfahrung verbreitet. Das Netzwerk wird auch als demokratisches Instrument bei wichtigen Abstimmungen eingesetzt.


Kleidung und Schmuck

Nazra tragen fast nur weite Gewänder wie z.B. gewickelte Tücher, Röcke oder Kimono-ähnliche Stücke. Je nach Wetter und Geschmack werden dabei mehrere Kleidungsschichten stufenartig übereinander getragen und mit Stoffbändern umwickelt. Unterwäsche tragen sie keine. Am weitesten verbreitet sind Sandalen-ähnliche Schnürschuhe. Lediglich in kälteren Regionen wird mitunter Fell- und Lederkleidung getragen.

Schmuck wird von Tayame (Frauen) und Norume (Männern) gleichermassen getragen, nicht jedoch von Etaime, dem dritten Geschlecht. Dabei handelt es sich grösstenteils um Halsketten und filigrane Schmuckkettchen, die um das Hand- oder Fussgelenk getragen werden. Auch Bauchketten in Kombination mit bauchfreier Kleidung sind sehr beliebt. Hals- und Bauchketten werden manchmal zusätzlich mit einem Anhänger (z.B. kristallisierte Blumenblüten) dekoriert.


Ya

Zwischen dem 10. bis 12. Lebensjahr werden junge Nazra einem Ritual unterzogen, bei dem sie ihren persönlichen Ya erhalten. Dabei handelt es sich um einen mit glänzenden Ornamenten verzierten Holzstab, in dessen Spitze ein Fokuskristall eingearbeitet ist. Mit seiner Hilfe kann der Träger seine Fähigkeiten fokussieren und dadurch erst richtig nutzen. Auch gesellschaftlich spielt der Ya eine grosse Rolle, so wird er bei der Begrüssung angehoben und bei wichtigen Abmachungen kurz nach vorne geneigt. Traditionell werden Ya innerhalb einer Familie immer weiter vererbt.
  • Detailartikel: Ya


Währungen

Yot Preis
"Der Preis beträgt n130 Kyo."
Die Nazra verfügen über 2 verschiedene Währungen: Kyo und Tai. Der Kyo wird staatlich kontrolliert und gleichermassen der gesamten Bevölkerung ausgeteilt. Er wird für Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Wohnungen, Lehrmittel oder einfache Kleidung und Möbel eingesetzt. Auch das Gesundheitswesen wird mit dem Kyo finanziert. Der Tai hingegen ist für Luxusgüter zuständig und muss durch Extraleistungen wie Abschlüsse, wohltätige Einsätze oder Durchbrüche in der Forschung verdient werden.


Volksfeste

Es gibt in der nazranischen Kultur eine Reihe von Volksfesten, von denen die meisten einem Naturereignis gewidmet sind. Das alljährliche Regenfest etwa beginnt auf Ancyria mit dem ersten Regenschauer nach der Dürrephase in der Jahresmitte. Generell feiern Nazra lieber im grossen Rahmen – statt individueller Geburtstage wird beispielsweise ein alljährliches Familienfest und dazu (ebenfalls jährlich) der Fortbestand der gesamten Rasse gefeiert.


Technik


Architektur

Die nazranische Architektur weist einen praktischen, mit kurvenreichen Formen ergänzten Charakter auf. Die Fassaden sind überwiegend hellgrau und glatt, kombiniert mit Glasbereichen und häufig dekoriert durch Wasserläuft und Pflanzenstreifen. Die Baukunst ist generell zwanglos elegant und im Inneren simpel und praktisch orientiert. Besonders hervorstechend sind die imposanten Energietürme, die in jeder nazranischen Stadt zu finden sind. Davon abgesehen werden die Städte im Wesentlichen durch nazranische Familienhäusern geprägt. In diesen leben 4 Generationen (ca. 30 Personen) verteilt auf mehreren Stockwerken. Alternativ dazu findet man hauptsächlich in den Randbereichen bis zu dreistöckige Wohnhäuser für 1 bis 6 Personen.


Energiehaushalt

Nazranische Kristallenergie wird aus der seltenen Yer'is-Strahlung gewonnen, die in der Natur kaum anzutreffen ist. Innerhalb von Ancyria und später auf Nazra'ni wird dieser Bedarf durch die dort installierten Sonne gedeckt, dies gilt jedoch nicht für das Arkorium. Während dieser Zeit reisen sie auf sechs Archen durch den Weltraum und sind dabei auf die mitgebrachten Energievorräte angewiesen.


Zeitrechnung

Da in Ancyria die Tageslänge an die der Aussenwelt gekoppelt ist, dauern die Tage in beiden Welten gleich lange. Nazra unterteilen den Tag jedoch nicht in Stunden sondern lediglich in 1'296 Minuten und jede Minute in 36 Sekunden. Eine Nazra-Sekunde dauert umgerechnet ~1.85 Sekunden. Für die Umrechnung vom und ins menschliche Uhrensystem kann der Faktor 0.9 verwendet werden, wobei die Zeit in Minuten zu rechnen ist (z.B. 65 für 01:05 Uhr).


Datumsrechnung

Die Einteilung der Jahre in grössere Einheiten wurde von den Zra übernommen. Eine derartige Angabe erfolgt in drei Teilen: Epoche, Zeitalter und Periode. Für die im Alltag gebräuchliche Zeitrechnung hat ein Jahr 6 Monate und jeder Monat 36 Tage.
  • Die Epoche ist eine fortlaufende Zahl ohne natürlichen Bezugspunkt. Eine Epoche dauert 46'656 Jahre nach nazranischer Zeitrechnung, bzw. ungefähr 21'600 Jahre nach menschlicher Zeitechnung. In historischen Dokumenten wird statt Epoche auch der Begriff Jahrestag verwendet.
  • Das Zeitalter bezeichnet die Entwicklungsstufe (0 bis 36) innerhalb des Universums.
  • Die Periode ist der zyklische Durchlauf (momentan der 28.) des Universums.
Beispiel: Der Erstkontakt wird datiert als 15. Febron der 9'385. Epoche des dritten Zeitalters in der 28. Periode oder abgekürzt: 15.2.9'385.3.28.


Biologie

Nazra Auge
Nazra-Auge
Nazra werden zwischen 220 bis 275 cm gross und sind schlank bis grazil gebaut. Auffällig sind die spitzen, im entspannten Zustand leicht nach unten geneigten Ohren und die kleine, ebenfalls spitze Nase. Ihre Augen werden von übergrossen, roten Pupillen dominiert. Ein durchschnittlicher Nazra ist so stark wie ein 12-jähriger Menschenjunge. Die fehlende Kraft machen sie mit ihren besonderen Fähigkeiten wett, welche von ihrer geistigen Kraft abhängen. Normalerweise trägt jeder Nazra einen Ya (verzierter Holzstab) in der rechten Hand.


Sinnesorgane

Nazra Farbspektrum
Farbspektrum im Vergleich zum Menschen
  • Augen: Nazra nehmen ein Farbspektrum von 400 bis 820 nm wahr, wobei eine Konzentration im rötlichen und eine kleinere im blau-grünen Bereich liegt. Im Vergleich zum Menschen besitzen sie ein etwas breiteres Spektrum, das bis in den Infrarot-Bereich reicht.
  • Ohren: Nazranische Ohren hören Töne im Bereich von 10 bis 40'000 Hertz und nehmen auch sehr leise Geräusche noch deutlich wahr. Es sind gleichzeitig zuverlässige Indikatoren für die Gefühlslage.
  • Nase/Zunge: Die Geruchsempfindung der Nazra liegt leicht unterhalb der eines Menschen. Die Geschmacksempfindung unterscheidet süss, salzig, sauer, bitter und metallisch, wobei die allgemeine Vorliebe bei salzig liegt.
  • Haut: Die nazranische Haut ist in etwa so empfindlich wie die eines Menschen. Einen Unterschied gibt es jedoch in der Wahrnehmung: Nazra empfinden Schmerzen nicht als unangenehm. So wie es für die Augen keine Rolle spielt, ob sie eine rote oder weisse Fläche betrachten, nehmen sie Schmerzen völlig distanziert wahr.
  • Gehirn: In grösseren Nazra-Gemeinschaften bildet sich ein unterbewusstes Gedankennetzwerk, welches Gefühle und generelle Eindrücke unter allen Beteiligten verbreitet. Auf diese Weise wird ein sechster Sinn gebildet, der am besten als Vorahnung zu bezeichnen ist. Diese Vorahnungen sind entsprechend nur für soziale Angelegenheiten und auch nur innerhalb der Gemeinschaft gültig.


Stoffwechsel

Der nazranische Stoffwechsel absorbiert Kohlendioxid aus der Atmeluft auf und wandelt es in Traubenzucker und Sauerstoff um, dies ist vergleichbar mit der pflanzlichen Photosynthese. Diese Umwandlung geschieht jedoch nicht durch Photosynthese sondern mit gewöhnlicher Körperenergie. Um das nötige Wasser zu speichern verfügt der nazranische Körper über ein Organ namens Wasserdarm, welches entfernt mit der menschlichen Blase vergleichbar ist.

Als poikilotherme (wechselwarme) Säugetiere passt sich ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur an. Bemerkenswert dabei ist, dass sie bei sehr kalten Temperaturen in einen Kälteschlaf verfallen und auf diese Weise mehrere Monate ohne Nahrung auskommen können. Das Herz schlägt dabei gerade noch schnell genug, um die minimalen Körperfunktionen aufrecht zu erhalten (ca. 1-2 mal pro Minute). Voraussetzung für den Kälteschlaf ist, dass vorher ausreichend Wasser und Salz aufgenommen wurden, so dass genug körpereigenes Gefrierschutzmittel hergestellt werden konnte. Dieses bewahrt das Blut vor dem Einfrieren und zieht Wasser aus den Zellen, so dass die entstehenden Eiskristalle diese nicht zerstören.


Ernährung

Nazra ernähren sich in erster Linie von Fisch, Gemüse und Getreide (in dieser Reihenfolge). Zu ihren Spezialitäten gehören nebst allen Arten von Meeresfrüchten auch besondere Backwaren. Fleisch wird nur selten und dann gedämpft gegessen, Pilze mögen sie grundsätzlich nicht. Salz spielt für ihre Gesundheit eine masssgebliche Rolle und ist entsprechend dominant vertreten. So kennen die Nazra (fast) nur gesalzene Getränke, insbesondere gewöhnliches Salzwasser wird in grossen Mengen getrunken. Besonders beliebt sind auch entsprechend gesalzene Fruchtsäfte. Bier, Wein und andere alkoholische Getränke gibt es keine, da Alkohol bereits in geringen Mengen den nazranischen Stoffwechsel beeinträchtigt.

Nazra essen normalerweise in den dafür vorgesehenen öffentlichen Kantinen, wo mittags und abends für alle gekocht wird. Diese werden durch die jeweilige Stadt (oder direkt durch den Staat) betreut und bieten ihre Speisen gegen Kyo (Währung) an. Nur bei besonderen Anlässen wird im eigenen Heim gekocht und gegessen, oder es wird ein kleiner Saal für den Abend gemietet.


Besondere Fähigkeiten

Nazra verfügen über eine Reihe von Fähigkeiten, bei denen es sich zusammengefasst um Telepathie, Telekinese und Teleportation handelt. Diese Fähigkeiten sind ihnen angeboren, jedoch benötigen sie für den Einsatz ein spezielles Hilfsmittel, den Ya (Mehrzahl: Yame). Dieser verzierte Holzstab trägt in der Spitze einen Fokuskristall, mit dessen Hilfe die Gedanken gebündelt werden können. Man kann sich den Ya am besten wie eine Brille vorstellen, ohne die man nur unscharf sehen, also die Gedanken nicht fokussieren, kann.
  • Telepathie: Nazra kommunizieren vornehmlich auf telepathischem Wege, auch wenn sie sich dabei direkt gegenüberstehen. Sie benötigen dazu ihren Ya und können sowohl private Dialoge wie auch Anhörungen oder Gruppengespräche führen. Desweiteren entsteht in jeder grösseren Nazra-Aglomeration ein unterbewusstes Gedankennetzwerk (Set-tao), welches massgeblich für ein reibungsloses Zusammenleben verantwortlich ist.
  • Telekinese: Mit Hilfe des Ya sind Nazra in der Lage, Materie willentlich zu beeinflussen. Wie ein Töpfer, der aus Ton eine Vase formt, können sie fast beliebig Gegenstände bewegen, verformen, auflösen, ihre Zusammensetzung oder die Temperatur verändern.
  • Teleportation: Der eigene Ya kann von jedem Nazra durch pure Willenskraft herbeigeholt werden, sofern er sich in maximal 2 km Entfernung befindet. Ein Griff in die Luft lässt den Ya dabei umgehend in der Hand seines Trägers materialisieren. Für alle anderen Arten der Teleportation wird ein Ya benötigt, die Menge und Distanz sind vom verfügbaren Energieniveau abhängig.


Geschlechter

Es gibt unter den Nazra drei Geschlechtstypen:
  • Noru: Norume (männlich) sind etwas markanter gebaut als Tayame. Sie werden 140 Jahre und 230 bis 260 cm gross.
  • Taya: Tayame (weiblich) sind schlank und haben weichere Konturen als Norume. Sie werden 145 Jahre alt und 220 bis 250 cm gross. Ihre Brüste sind deutlich ausgeprägt.
  • Etai: Etaime (neutral) sind zeugungsunfähig und haben daher niemals Nachkommen. Sie werden nur etwa 70 Jahre alt und 240 bis 275 cm gross. Man erkennt sie an ihrem hellen Schweif, der vom Steiss ausgeht und mit seiner flauschigen Spitze knapp über dem Boden schwebt. Etaime machen nur einen verschwindend geringen Teil der Bevölkerung aus (weniger als 1%) und die meisten von ihnen arbeiten in der Verwaltung.
Das Geschlecht des Säuglings legt sich während der Geburtsphase fest und hängt davon ab, ob in der Umgebung mehr männliche oder weibliche Nazra anwesend sind. In einer durchschnittlichen Population entwickeln sich 57% Taya, 42% Noru und eine handvoll Etai.


Fortpflanzung

Nazra Ohr
Aufgeklapptes Nazra-Ohr mit Flatterhaut (grün)
Für die Fortpflanzung sind bei den Nazra im wesentlichen zwei Organe von Bedeutung: Die Ohren und das Gehirn. Zunächst wird die empfindliche Flatterhaut am Ohr durch rhythmisches Streichen oder Reiben stimuliert, was zu wohliger Trägheit, im Extremfall sogar zu einer regelrechten Starre führen kann. Etai sind zwar zeugungsunfähig, können aber ebenso auf diese Weise stimuliert werden.

Tritt schliesslich der Klimax ein, werden die Körper der Beteiligten von Glückshormonen überschwemmt, was zu einem leichten Zittern führt. Dieser Zuständ kann bis zu einer Minute andauern, währenddessen das Erbgut des Noru auf telepathischem Wege an die Taya übermittelt und dort mit ihrem eigenen Erbgut vermischt wird. Während dieser Zeit sind beide Partner handlungsunfähig, da ihre Gehirne mit dem Übertragen des Erbmaterials fast vollständig ausgelastet sind. Ist der Vorgang abgeschlossen, wird das Geschlecht des Kindes durch das Gedankennetzwerk bestimmt und die biologische Schwangerschaft beginnt. Die Zeugung von Nachfahren unterliegt dabei staatlicher Kontrolle, wobei generell ein Kind pro Person und Generation gestattet ist (um die Bevölkerungszahl konstant zu halten).

Von der en- bis zweimaligen Zeugung abgesehen wird dieser Akt (ohne Klimax) auch durchgeführt, um die emotionale Bindung zu stärken und gemeinsam zu entspannen.


Haare

Das lange, häufig offen getragene und vereinzelt zu Strähnen zusammengebundene Haar tritt zunächst in den verschiedensten Pastellfarben auf und ist äusserst filigran. Im Laufe eines Lebens wächst es immer weiter zusammen und verblasst, bis es im Endstatium eine einzige hellgraue Kapuze bildet. Indem bei wichtigen Ereignissen zur späteren Erinnerung Schleifchen ins Haar eingeflochten werden, ist die nazranische Haarpracht auch kulturell von Bedeutung.


Verhalten

  • Vernünftig: Nazra vernichten nur mit ausreichender Begründung. Sie würden niemals aus Spass Tiere jagen oder Städte zerstören.
  • Respektvoll: Nazra versuchen zu bewahren, was entstanden ist oder erschaffen wurde. Sie würden niemals einen hundertjährigen Baum fällen, solange die Situation respektvollere Lösungen erlaubt.
  • Dynamisch: In ihren eigenen Belangen scheuen Nazra keine Veränderungen. Insbesondere ihre Sprache sowie kulturelle Gegebenheiten werden häufig angepasst, sobald sich ein Nutzen daraus ergibt (die Entscheidung darüber wird durch Abstimmung ermittelt).
  • Fair: Nazra stehlen nicht. Selbst wenn ein Händler ihnen versehentlich einen zu hohen Gegenwert anbietet, machen sie ihn ohne Umschweife darauf aufmerksam.
  • Passiv: Nazra mischen sich äusserst selten in die Angelegenheiten anderer Wesen ein. Sie würden nie ohne guten Grund ein Dorf vor Räubern schützen oder Menschenbabys aus brennenden Häusern retten. Dieses Verhalten wird häufig fälschlicherweise als Kaltblütigkeit interpretiert.
  • Treu: Nazra kennen keine Untreue. Sie würden nie einen Vertrag unerfüllt lassen. Allerdings sind sie entsprechend vorsichtig bei ihren Versprechen; diese sind stets in alle Richtungen begrenzt (vor allem zeitlich) und erzwingen häufige Neuverhandlungen.
  • Bescheiden: Nazra finden keine Freude am persönlichen Luxus. Sie würden niemals in einem Schloss mit Bediensteten wohnen oder mehrere Köche dasselbe Gericht anfertigen lassen, nur um das Beste daraus auszusuchen.
  • Neugierig: Nazra streben nach Verständnis. Sie würden niemals ein Phänomen als solches akzeptieren und selbst stichfeste Begründungen würden sie beizeiten überprüfen. Es gibt wohl kaum einen Nazra, der nicht mindestens hobbymässig irgendetwas erforscht.
  • Ehrlich: Nazra lügen nicht. Bestenfalls verschweigen sie etwas, geben es aber bei Nachfrage sogleich preis. Auch in der Umgangssprache macht sich dies bemerkbar; so erhält man auf die Frage "Wie geht es dir?" niemals ein abblockendes "Gut" als Antwort sondern eher "Das möchte ich nicht sagen" oder "Mein Körper ist gesund", was dann wiederum die Möglichkeit eröffnet, bei entsprechendem Interesse die Frage zu präzisieren.
  • Direkt: Nazra machen selten Umschweife. Es kann passieren, dass eine Unterhaltung abrupt mit den Worten "Danke für deine Ansicht, aber was du sagst interessiert mich nicht" beendet wird. Was hier auf Menschen ruppig und taktlos wirkt, ist eigentlich eine nazranische Geste des Respekts – man will dem Gegenüber nicht unnötig Zeit stehlen und die peinliche Situation vermeiden, das Thema erst nachträglich als uninteressant zu betiteln.
  • Furchtlos: Nazra spüren keine Angst, sondern müssen bewusst Chancen und Risiken abwägen, um eine Situation einzuschätzen. Das bedeutet nicht, dass Nazra grössere Risiken eingehen als Andere – durch den fehlenden Angstreflex reagieren sie sogar eher bedacht und vorsichtig. Entsprechend können Nazra auch nicht erschreckt werden und reflexartig wegspringen – selbst wenn eine reale Gefahr vor ihnen auftaucht. Bei Kämpfen, wo schnelle Reaktionen gefragt sind, sind sie daher darauf angewiesen, die Aktionen des Gegners korrekt vorauszuahnen.
  • Geduldig: Nazra sind sehr geduldig und entsprechend auch gute Lehrmeister. Wird etwas nicht verstanden, holen sie immer weiter aus und klären Detailfragen, um das Thema verständlich zu machen.
  • Gesellig: Nazra sind sehr umgänglich und vergnügen sich an Musik und Spielen. Nazra würden niemals ein fremdes Wesen ablehnen, nur weil es z.B. bedrohlich aussieht. Sie begenen zunächst jedem mit Offenheit und Neugier.
  • Unbeirrbar: Nazra sind von sich und ihrer Weltanschauung überzeugt. Sie verschliessen sich nicht gegenüber neuen Argumenten, versuchen aber mit aller Kraft, diese auszuhebeln. Erst wenn dies nicht gelingt, ändern sie ihre Ansicht und vertreten dann die neue Sichtweise mit derselben Beharrlichkeit.
  • Leichtgläubig: Nazra sind von Natur aus gutgläubig und gehen davon aus, dass auch andere Wesen aufrichtig und ehrlich handeln. Selbst nach zahlreichen Zwischenfällen (und entsprechend negativer Erfahrung mit dem Gegenüber) können Nazra noch auf falsche Behauptungen hereinfallen.


Trivia

  • Nazranisches Blut ist dunkelgrün.
  • Norume sind Rechtshänder, Tayame Linkshänder und Etaime Beidhänder.
  • Imo'dan-deya war nazranischer Soziologe, Philosoph und Autor. Er verbrachte viel Zeit unter Menschen und verfasste das Buch "Men'zra", eine selbstkritische Auseinandersetzung über das Zusammentreffen der beiden Kulturen.


Zitate

"Die Menschen sind eine bemerkenswerte Spezies, die sich durch ständige Selbstzerstörung und rücksichtslose Ausschöpfung jeglicher Ressourcen fortwährend auf die Probe stellt und zu Spitzenleistungen antreibt. Als dynamische Überlebenskünstler sind sie auf diesen Schwung angewiesen, damit sie sich nicht an ihre Situation gewöhnen und dadurch nachlässig werden. Ihr grösstes Ziel ist der eigene Vorteil, den sie sich durch die Aufgabe des inneren Friedens erkaufen."
– Historiker der Nazra

"Diese Welt ist ein Salzkorn auf dem Küchenboden des Lebens. Es ist unbedeutend klein und erntet keine Beachtung. Nicht einmal dann, wenn ein nasser Küchenlappen es zusammen mit dem anderen Schmutz wegwischt."
– Imo'dan-deya

"Ich mag sie nicht, diese genügsamen Waschlappen."
– Volksführer der Menschen
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